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Gloster Spezialzucht

Hallo liebe Freunde,


Letzter Check vor der Zucht.

Jetzt im Monat Februar erfolgt der letzte Check vor dem Zuchtbeginn. Wir setzen voraus, dass alle Zuchtboxen einer gründlichen Reinigung unterzogen worden sind. Reperaturarbeiten erledigt sind und wollen nun die Vögel getrennt nach Hahn und Henne in die nach Möglichkeit durch einen Schieber versehenden Boxen setzen. Da ich in allen Boxen Holzrosten habe ,wird unter diesen Rosten Haushaltspapier gelegt um die Beschaffenheit des Kotes zu kontrollieren.


Schublade für die Zucht


Schublade für die Kotkontolle

Falls eine Kotprobe eingeschickt werden muß ,wird die rechte Schublade mit Folie ausgelegt um ein eintrocknen der Probe zu verhindern. Nach der nun üblichen Untersuchung wie Krallenschneiden, ansehen des Bauches nach Farbe und Zustand werden die Gloster um die Kloake herrum beschnitten um eine gute Befruchtung zu erreichen. Es ist wichtig ,dass die sogenannten Steuerfedern stehen bleiben nur rundherum geschnitten wird.

Im Bild deutlich die in der Mitte stehengebliebenen Steuerfedern,auch ist e rkenntlich, dass es sich um einen zuchtbereiten Hahn handelt.

Nachdem der Check nun soweit fortgeschritten ist ,werden die beiden Partner noch mit Frontlein gegen Milben behandelt.Dies geschieht , in dem man einen Wattebausch getränkt beidseitig unter den Flügelbug streicht außerdem auch an dem Bürzel. Ich bevorzuge ein Pumpflasche und kann damit einen kurzen Pumpstoß verabreichen. Das muß nach 12 Tagen wiederholt werden. Nachfolgend wird wie unter Zuchtvorbereitung behandelt weiter verfahren.
Euer Heinrich.

Vorbereitung für die Zucht

Von vielen Züchtern nicht beachtet, beginnt die Vorbereitung für die Zucht schon im Herbst indem man für eine reibungslose Mauser sorgen muß. Nicht nur das Federkleid wechselt sondern der Organismuss muß sich wieder regenerieren. Es muß für einen neuen Zellaufbau bzw. der Erhalt der Zellen gesorgt werden. Schon hier kann der Züchter durch geeignete Mittel wie z.B.Kolsal /Kolosstrum wertvolle Hilfen auch für das Immunsystem leisten. Alle Organe und Gewebe des Körpers sind aus unzähligen kleinen Zellen aufgebaut. Diese sind gefüllt mit Plasma das ebenfalls einen hohen Prozentsatz Wasser enthält. Die Gesamtheit der Flüssigkeit wird als intrazelluläre Flüssigkeit bezeichnet. Zellen liegen nicht dicht nebeneinander sonder sind von kleinen Zwischenräumen umgeben die ebenfalls mit Flüssigkeit umgeben sind . Sie wird extrazelluläre genannt. Ziel jeder Ernährung insbesondere in der Zeit wo Zellen erneuert werden oder abgestorbene Zellen entfernt werden , ist eine optimale Versorgung jeder einzelnen Zelle als kleinste Einheit. Wenn dieses Ziel nicht erreicht wird, nutzt die gesamte Planung für das kommende Zuchtjahr gar nichts. Die Zusammensetzung der Zuchtpaare nach ihrer erblichen Veranlagung ist als fehlgeschlagen zu betrachten wenn nur eine , oder wenige Zellen nicht oder schlecht versorgt wird , oder sich nicht regeneriert hat. Warum erwähne ich dies ausführlicher ? Ich möchte damit erklären, dass die Vorbereitung für eine optimale Zucht von der Vererbung her schon nach der letzten Zucht beginnt indem man schnell versucht den Zuchtpaaren u. den Jungvögeln das mit zu geben , was sie für die nächste Zucht benötigen. Deshalb würde ich nicht aufhören die Vögel mit Keimfutter ect. (Kein Eifutter) die Vögel so weiter zu versorgen wie in der Zucht bis zur Beendigung der Mauser. Hier gebe ich ihnen alle erdenkliche Hilfen wie Mauserkomplett in dem alle Nährstoffe ect. vorhanden sind.Das kann durch anfeuchten von Disteloel (Leberschutz) geschehen. Kein Züchter braucht sich bei guter Ernährung der Vögel Sorgen um das Immunsystem der Zuchtvögel zu machen, der Vogel ist durchaus in der Lage die Dinge die er dafür braucht selbst umzusetzen. So gehandelt kann man das nächste Zuchtjahr beruhigt angehen. Ich beginne im Januar mit der Fütterung von Keimfutter. Habe dafür eine fertige Mischung die es im Handel zu kaufen gibt. Zusätzlich wird ab Mitte Februar auch Negersaat gekeimt u. ungekeimt gereicht. Jetzt wird auch Eifutter hinzu gegeben. Dazu einen Teelöffel LKS und etwas Weizenkeimöl. Inzwischen ist das Licht auf 10 Std.verlängert und die Hähne befinden sich in den Boxen. Da ich in meinem Zuchtraum durch 4 Veluxfenster viel Licht habe, ist bisher auf besonderes Licht verzichtet worden. Da es ja auch dunkle Tage gibt, habe ich in diesem Jahr Arcadia Leuchtstoffröhren angeschafft. Den Hennen in den Flügen gebe ich nun täglich etwas Nistmaterial zum spielen. Man kann daran erkennen, wie weit die Hennen sind. Tragen sie das Nistmaterial vorn im Schnabel so ist es noch S pielerei. Haben sie es ganz weit im Schnabelwinkel können sie schon zu den Hähnen. Anfang März ist das Licht dann auf 14 Std. verlängert und die Hennen kommen in die Boxen zu ihren Partnern. Für die ersten 2 Tage schiebe ich ein Trenngitter ein. Die Hennen bekommen nun etwas Profertil über das Keimfutter. Wenn die Hähne die Hennen durch das Gitter füttern ,öffne ich die Boxen und lasse die Partner zueinander. Eine hoffentlich erfolgreiche Zucht kann beginnen

Gelege am schlüpfen, der rote Rachen signalisiert gesunden Nachwuchs. Auskunft über Mauserkomplett/LKS u.Profertil wird gern erteilt.

Anschaffung von Zuchtmaterial.

Es ist steht wohl in jedem Herbst oder Frühjahr die Nachfrage nach Zuchtmaterial an. Nachfolgende Zeilen sollen gerade dem Neueinsteiger in der Glosterzucht ein wenig helfen und wegweisend sein. Wobei ich betonen möchte, dass viele Wege nach Rom führen und jeder entscheiden möge wie er sich seine Vorstellungen erfüllt. Es ist ein Unterschied ob ich Zuchtmaterial zur Ergänzung meines Stammes erwerben will , oder als Anfänger einen Stamm aufbauen möchte. Dem erfahrenen Züchter hier Tipps für die Verbesserung seines Stammes zu geben dürfte sich erübrigen denn er wird wissen wo er seine Vögel verbessern muß. Ich möchte vielmehr auf die Anschaffung und den Aufbau eines Zuchtstammes für den Neubeginner eingehen. Grundsätzlich sei gesagt, dass der sicherste Tipp den man überhaupt geben kann ist , sich an einen vertrauenswürdigen Züchter zu wenden, der schon etliche Jahre Gloster züchtet und entsprechende Erfolge aufweisen kann, Dann sollte man sich sicher sein die räumlichen Vorraussetzungen geschaffen zu haben. Erst dann stellt sich die Frage welche Farben will ich züchten. Bevor man sich auf schwierigere Farben einspielt, muß unbedingt geraten werden, sich einen guten Stamm grüne Gloster anzuschaffen.Wenn dieser Stamm in Typ und Gefieder den Anforderungen des Standards entspricht und kontinuierlich gute Nachzucht fällt , kann man in die weiteren Farben gehen. Es ist immer wieder nötig um Typ und Gefiederqualität zu erhalten auf die grüne Linie zurückgreifen zu können. Bei der Zusammenstellung der Zuchtpaare muß man dem Verkäufer (wenn man selbst noch nicht die Erfahrung hat)unbedingt vertrauen können. Vor allen Dingen nicht versuchen, nach Erwerb der Vögel Paare umzustellen, denn dann kann auch der Züchter keine Garantie geben. Es ist ratsam nach erfolgter Zucht, seine Nachzucht dem Züchter zu zeigen um bei einer weiteren Verpaarung die passenden Partner zu erwerben .Man sollte sich unbedingt erklären lassen warum und nach welchen Gesichtspunkten verpaart werden sollte. Dies ist ein weiterer Grund darauf hinzuweisen, dass man seine Erstanschaffung unbedingt bei einem Züchter seines Vertrauens tätigen sollte.

Ist diese Möglichkeit aber nicht gegeben, so gibt es einige Punkte die unbedingt zu beachten sind.

a.)Consorthahn: Wichtig ist den Standard zu kennen, den Hahn von oben betrachten um die richtige Kopfform zu erkennen. Wenn auch der Hahn in der Regel eine etwas schlankere Form aufweist, so sollte er doch annähernd seine Qualität erkennen lassen. Er sollte klein und mit kurzem Schnabel versehen sein. Sein Gefieder muß seiner Farbe entsprechend nicht zu blass sein. Intensive Vögel müssen leuchtend in der Farbe und kurz im Gefieder sein. Zu beachten ist weiterhin der Übergang vom Schnabel über die Stirn zum Kopf. Consorts mit zu viel oder zu starken Gegenfedern, sind generell von der Zucht auszuschließen. Auch sollte die Kopfform den guten Sitz einer Corona garantieren können oder möglichst nahe kommen

b.) Consorthenne: Bei den Hennen sollte man vermehrt Wert auf den Typ legen. Er sollte kurz, kompakt und klein sein. Sonst siehe Hahn.

c.) Corona: Ansatzpunkt ist hier natürlich die Haube (Corona) fehlerhafte Corona sind streng auszuschließen. Zu den Fehlern gehören Fasanenfedern, hochstehende Hauben, bedingt durch die beim Consort erwähnten Gegenfedern, oder auch Lücken im Nacken d.h. es ist kein fließender Übergang zum Nacken zu erkennen .Zu große Schnäbel sind nicht erwünscht. Überlange Schwänze lassen auf ein zu langes Gefieder schließen.

d.) Auch zu breite Schwänze sind nicht so leicht zu korrigieren. Die Augen sollten klar und frei sein. Abschließend möchte ich noch erwähnen das hiermit die Palette der zu beachteten Punkte weitergeführt werden kann , wenn auf die einzelnen Farbschläge eingegangen werden soll. Dies ist aber für den Einstieg in die Glosterzucht nicht nötig ,da es nur zur Weiterführung dienen sollte.

e.) Ans Herz legen möchte ich jedem Käufer, sich die Vögel die zum Verkauf angeboten werden, anzusehen, in die Hand nehmen und auf den Gesundheitszustand zu prüfen.

Abschließend ist sicherlich jedem angehenden Glosterzüchter klar geworden, dass man Zuchtmaterial besser bei einem erfahrenen Züchter kaufen sollte evtl. durch Vorbestellung seine Wünsche darlegen sollte. Der erste Fehler ist sicherlich schon der Kauf von Einzeltieren auf einer Börse , da niemand weiß wie sie vererben. Ich hoffe ein wenig geholfen zu haben und wünsche allen Einsteigern den erhofften Erfolg.

Euer Heinrich